Hilfe, mein Liebling haart! Was tun?

Die Deutschen sind vernarrt in ihre Vierbeiner: Jeder zweite Bundesbürger hält mindestens ein Haustier, gab das Marktforschungsunternehmen GfK im Mai 2016 bekannt. Katzen liegen mit 29 Prozent an der Spitze, gefolgt von Hunden (21 Prozent). Vögel finden sich mit gerade mal sechs Prozent am Ende der Beliebtheitsskala wieder.

Kann ich überhaupt ein Haustier halten?

Bevor man sich ein Haustier anschafft, sollte man Wünsche und Realität in Einklang bringen und sich einige Fragen stellen. Denn ein Tier braucht mehr als nur Futter, vor allem aber eine artgerechte Haltung. Dazu müssen Sie natürlich die eigene Wohnsituation in Betracht ziehen.

Das Wichtigste zuerst: Was steht im Mietvertrag? Vorweg: Es gibt kein Gesetz, das die Haltung von Tieren in Wohnungen grundsätzlich regelt. In vielen Mietverträgen findet man dennoch ein Haustierverbot. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Urteil vom 20. März 2013 ein generelles Haltungsverbot für Hunde und Katzen in der Mietwohnung als unzulässig erklärt. Statt eines kategorischen Verbotes sind Erlaubnisvorbehalte im Mietvertrag üblich. Der Mieter muss demzufolge den Vermieter erst fragen, ob er ein Tier halten darf. Vor allem bei exotischen Exemplaren ist das zu empfehlen.

Welches Tier passt zu mir – und meiner Wohnung?

Zu klassischen Wohnungstieren zählen Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Fische. Bei der Hundehaltung in einer Stadtwohnung rät der Deutsche Tierschutzbund eher zu kleineren Exemplaren. Grundsätzlich müssen Hundebesitzer auf ausreichenden Auslauf im Freien achten und genügend Zeit für das Tier einplanen. Katzen lieben nicht nur Einfamilienhäuser oder Bauernhöfe, sondern durchaus auch eine Stadtwohnung, die katzengerecht ausgestattet ist, wenn das Tier keinen Auslauf hat. Hier ist es von Vorteil, eine Katze zu halten, die noch keine Erfahrung mit Freilauf hatte. Auch bei Kleintieren empfiehlt der Tierschutzbund täglichen Auslauf, zum Beispiel bei Meerschweinchen. Der Käfig muss auch in der Wohnung großzügig bemessen sein. Außerdem sollten Meerschweinchen mindestens zu zweit sein – Kaninchen sind kein Ersatz für einen Artgenossen. Als Aquarienfische eignen sich Süßwasserschwarmfische. Aber Achtung: Es ist wichtig, dass alle Fische im Aquarium die gleichen Ansprüche an Wassertemperatur und -zusammensetzung sowie Aquariumseinrichtung haben. Hat man sich für ein Haustier entschieden, beginnt die eigentliche Arbeit. Für Hunde und Katzen sollte nach Ansicht von Fachmedien wie „Partner Hund“ oder „Geliebte Katze“ eine Toilette zur Verfügung stehen, ebenso Schlafplätze, Rückzugsmöglichkeiten oder auch ein Kratzbaum, damit die Möbel nicht den Krallen zum Opfer fallen. Balkone müssen zudem für Tiere gesichert werden, etwa mit Netzen zwischen Brüstung und Decke. Für frisches Wasser können Sie zum Beispiel Tierbrunnen aufstellen. Käfige und Gehege sollten ebenfalls großzügig bemessen sein. Laut Tierschutzorganisation PETA muss ein Gehege für zwei Kaninchen mindestens vier Quadratmeter umfassen (also zwei auf zwei Meter!). Bei Hamstern sollte zudem ausreichend Einstreu zum Buddeln vorhanden sein.

Die Möbel und der tierische Mitbewohner

Die Haustierhaltung wirkt sich auch auf die Wohnungsgestaltung aus. Tierhaare halten sich zum Beispiel hartnäckig auf Teppichen und Möbeln. Eine Möglichkeit ist es, Hunde- und Katzenrassen auszuwählen, die kaum oder nicht haaren. Bei Hunden sind das zum Beispiel der American Water Spaniel, der Puli oder der Malteser. Die Siamkatze, die Russisch Blau oder die Burma verlieren ebenfalls wenig Fell. Es kann auch hilfreich sein, Möbel auszusuchen, deren Stoff Tierhaare nicht gut aufnimmt. Ledervariationen sind hier besonders pflegeleicht. Alternativ können Tagesdecken Abhilfe schaffen. Wichtig ist es zudem, kleinteilige Gegenstände, die Haustiere leicht verschlucken können, außer Reichweite zu stellen.

Teppich? Besser nicht

Vor der Anschaffung eines Haustieres sollten Sie auch einen Blick auf den Boden werfen. Zum einen können Tiere auf glattem Parkett leicht wegrutschen, zum anderen hinterlassen Krallen von Hund, Katze und Co. Spuren auf weicheren Materialien. Es gibt zum Beispiel Laminat- und Vinyl-Böden mit rauerer Oberfläche. Parkett ist eher heikel, doch auch hier gibt es Angebote, die mit einer leicht gewellten Oberfläche punkten. Fliesen dagegen sollten hart und robust sein, aber keineswegs glatt. Praktisch: Wenn das Haustier nass von draußen reinkommt oder doch einmal nicht die Toilette trifft, ist hier alles schnell weggewischt, da nichts einsickert.

Wer in der Wohnung Teppichböden ausgelegt hat, sollte sich gut überlegen, ob man es mit dem Kampf gegen Tierhaare aufnehmen möchte. Auch hier gibt es aber Materialen, die die Tierhaare weniger stark anziehen. Abzuraten ist von Teppichen im Hochflor-, Langflor- oder Shaggy-Stil. Die langen Teppichfasern sind regelrechte Fangarme für Tierhaare. Also am besten Kurzfaserteppiche auswählen, die im Optimalfall auch noch eine ähnliche Farbe wie das Fell der tierischen Lieblinge haben. Denn auf dunklen Exemplaren sind helle Haare gut zu erkennen und umgekehrt. Abhilfe schaffen zudem spezielle Staubsaugeraufsätze, die Tierhaare besser einsaugen.