Der Charme von Vintage und Retro

Die Liebe zum guten Geist vergangener Tage

Früher war alles besser? Könnte man zumindest meinen. Egal ob Mode oder Musik: Überall wird mit den Labels Vintage und Retro geworben – der Mega-Trend der vergangenen Jahre. Immer mehr Menschen berufen sich auf den guten Geschmack vergangener Zeiten oder lassen sich zumindest davon inspirieren. Doch die beiden Begriffe werden nicht selten verwechselt oder gar als Synonyme verwendet. Für noch mehr Verwirrung sorgt dann noch der kleine Anhang „-Stil“.

Echt Vintage oder nur Retro-Stil?

Was ist eigentlich der Unterschied? Bei Möbeln wird allgemein alles, was zwischen 1920 und 1980 hergestellt wurde, als Vintage bezeichnet. Wurde ein Möbel davor produziert, spricht man von einer Antiquität. Es handelt sich also meist um die begehrten – im besten Fall gut erhaltenen – Originale. „Retro greift die Form- und Farbgebung alter Designs auf, es handelt sich aber um ein neues Produkt“, erklärt Karolin Kühl, Chefredakteurin der Zeitschrift „Living & More“. „Zum Beispiel die weiche, organische Form eines Nierentisches oder die schrägen, spitz zulaufenden Beine von Polstermöbeln und Kommoden sind typische Merkmale des Retro-Stils.“ Im Klartext: Vintage ist tatsächlich alt, Retro ist neu, lehnt sich aber an alte Designs an. Vom Vintage-Stil spricht man hingegen, wenn ein Einrichtungsstück neu ist, aber im „Used-Look“ hergerichtet ist. Sprich alt und gebraucht aussieht. Ein populärer Vertreter dieser Richtung ist der so genannte „Shabby-Chic“.

Gekonnt im Retro- und Vintage-Stil einrichten

Damit es aber bei Ihnen zu Hause nicht aussieht wie in Omas guter Stube gilt: Zurückhaltung ist angesagt. Ein wahlloses Sammelsurium einzelner Möbel aus unterschiedlichen Epochen wirkt schnell überladen. Karolin Kühls Tipp: „Am besten wirken Retro-Stücke, wenn sie mit modernen Möbeln lässig in Szene gesetzt werden.“ Das Beispiel unten zeigt, wie Sie eine Stuhlgruppe mit Retro-Charme vom Contur Penthouse 70 mit einem modernen, ausdrucksstarken Tisch, dem Contur 3100 kombinieren können

Besonders inspirierend für das aktuelle Möbel-Design ist die Zeit zwischen 1950 und 1970. Für diese Epoche sind organische und geschwungene Formen bezeichnend. Sie sind oft schlicht, haben abgerundete Ecken und kaum Schnörkel. Die Beistelltische mit den konisch auslaufen- den Beinen in diesem Beispiel sind äußerst beliebt und setzen mit ihrer runden, leichten Form einen schönen Gegenpol zur Schmuseecke, wie bei der Anbaugruppe Contur 8700.

Dieses geschmackvolle Wohnzimmer zeigt, wie Sie klassisches mit zeitgenössischem Design verbinden können – und so eine richtige Wohlfühloase schaffen. Außerdem weist es noch einen weiteren Trend auf: die Retro-Tapete. Sie besticht durch starke grafische Muster und Farben. Doch: Die Retro-Tapete sollte nur sparsam eingesetzt werden, sonst wirkt der Raum schnell zu unruhig.

Mut zu knalligen Farben

Vor allem seine Vielseitigkeit macht den Retro-Stil so beliebt. Von dezenten Pastell-Tönen über Natur-Töne wie Cremeweiß oder Schwarz bis hin zu bunten, knalligen Farben lässt der Retro-Stil nahezu alles zu. Setzen Sie auffällige Farben, Formen und Materialien aber mit Bedacht ein, denn ein außergewöhnliches Centerpiece will richtig in Szene gesetzt sein. In Begleitung mit gedeckten Tönen kommt es erst richtig zur Geltung, wie diese blaue Couch (Contur Avellino) zeigt, die alle Blicke auf sich zieht:

Schwarz-Weiß Design-Revival

Besonders das puristische schwarz-weiße Design hat in den letzten Jahren ein wahres Revival erlebt. Es ist lässig und chic zugleich, ohne überladen zu wirken. Damit ein Raum wohnlich und nicht unterkühlt wirkt, sollten Sie aber das Konzept mit geschickt gesetzten Farbtupfern immer wieder aufbrechen, um schöne Kontraste und Akzente zu setzen. „Um den Schwarz-Weiß-Look aufzulockern, eignen sich gra sche Prints in Pastellfarben sehr gut“, so Karolin Kühl. Aber auch Möbel und kleine Accessoires mit ungewöhnlichen Formen und Farben sind dafür geeignet.